Wissenschaftlicher Name: Elymus repens, veraltet: Agopyron repens, Tricium repens
Pharmazeutischer Name: Graminis rhizoma
Synonyme: Laufqueckenwurzel, Graswurzel, Kriechwurzel, Ackergraswurzel, Knotengraswurzel, gemeine Quecke, Rechgras, Schließgras, Couch grass
Familie: Gramminaceae, Poaceae (Süßgräser)
Die Quecke ist eine Pflanze, die viele Gärtner:innen zur Verzweiflung bringt. Sie ist ein Süßgras, also verwandt mit den Getreiden wie Weizen und Reis, und zeichnet sich durch eine unverwüstliche vegetative Stärke aus. Diese zeigt sich im besonderen im Rhizom, welches unterirdisch starke Sprosse durch den Boden bohrt und sich so weit verbreitet und Horste bildet. Leider nimmt es die Quecke nicht so genau und wenn ihr eine andere Pflanze im Weg steht, wird diese einfach durchbohrt. Sie ist mehrjährig und liebt festen und zu festen, also verdichteten Boden. Sie ist aber als Pionierpflanze sehr unabhängig und kann sich überall etablieren. Alle abgebrochenen Wurzelstückchen, die beim Jäten in der Erde bleiben, können eine neue Pflanze treiben. Um sie also los zu werden, ist es hilfreich, den Boden immer wieder gut zu lockern und die Wurzelstückchen sorgfältig einzusammeln.
Die Wurzeln haben es allerdings in sich: Sie sind voll mit Nährstoffen und Kohlenhydraten und wurden in Notzeiten gesammelt und gegessen. Sie schmecken leicht süßlich. Wenn er locker ist, können sie wie Kabel aus dem Boden gezogen werden.
Die ganze Pflanze kann sehr unterschiedlich hoch werden (30-120 cm) und auch ihre Ähren sind mal mit Grannen und auch ohne zu finden.
Die Wirkung des Geschmacks wird in den Theoretischen Grundlagen erläutert.
Tropismus: Nieren, Blase, Milz, Dreifacher Erwärmer
Die Quecke enthält viel SiO2, Mineralien, Kohlenhydrate und Aminosäuren. So ist sie prädestiniert, die Haut und das Bindegewebe zu behandeln. Sie kann Yin tonisieren und befeuchten, obwohl sie gleichzeitig überschüssiges Wasser wie Ödeme ausleitet. Sie behandelt allgemein das Wasserelement, den Flüssigkeitshaushalt und nährt. Als leicht kühle Pflanze ist sie auch in der Lage, hitzige Zustände zu verringern.
Kraut – Kraut,das das Blasen-Qi behandelt
Wind und Nässe eliminierendes Kraut
Hitze-Wind-Nässe ausleitendes Kraut
Toxische Hitze ausleitendes Kraut
Ausführlich werden die Kategorien unter Kategorien & Rezepturen vorgestellt. Dort werden auch weitere Pflanzen gelistet, die wir der jeweiligen Kategorie zugeordnet haben.
Wir setzten Heilpflanzen in der Regel nicht als Einzeldroge, sondern gemeinsam mit anderen Heilpflanzen ein; wie wir sie kombinieren, ist im Abschnitt “Rezepturenlehre” erläutert. Informationen zu den verschiedenen Darreichungsformen sind in der Rubrik "Theoretische Grundlagen" hinterlegt.
Nicht bekannt.
Bisher fehlen Erkenntnisse und Daten zur Sicherheit der Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Die Anwendung wird daher nicht empfohlen.
Treten unter der Behandlung Fieber, Krämpfe beim Wasserlassen, Dysurie oder Hämaturie auf oder verschlechtern sich die Beschwerden, sollten ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden.
Im Falle einer geplanten gemeinsamen Anwendung zusammen mit Arzneistoffen sollten Nutzen und Risiken gemeinsam mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt abgewogen werden.
Die Zusammensetzung der Pflanzenstoffe kann sich je nach Standort, Klima und Zeitpunkt der Ernte der Arzneidroge sowie dem Auszugsmittel und der Darreichungsform unterscheiden. Ausführlich werden die Pflanzenstoffgruppen unter Pflanzenstoffe A-Z vorgestellt.
Die von uns bei der Erstellung der Inhalte für diese Webseite verwendeten Fachbücher sind im Literaturverzeichnis einsehbar. Darüber hinaus basieren die Inhalte zu dieser Pflanze auf folgenden Quellen:
> HPMC-Monographie der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA)
> Assessment-Report der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA)
> Referenzliste der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA)
> Bortolami M, Di Matteo P, Rocco D et al. Metabolic Profile of Agropyron repens (L.) P. Beauv. Rhizome Herbal Tea by HPLC-PDA-ESI-MS/MS Analysis. Molecules. 2022 Aug 4;27(15):4962.