Wissenschaftlicher Name: Armoracia rusticana
Pharmazeutischer Name: Armoraciae radix
Synonyme: Kren, Wasabi
Familie: Brassicaceae (Kreuzblütler)
Der winterharte Meerrettich hat sich aus dem Wolgagebiet seit dem Mittelalter in Europa ausbreitet und wird gut einen Meter hoch. Er verfügt über eine bis zu vierzig Zentimeter lange, innen weiße Pfahlwurzel mit einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern und einer braungelben Wurzelrinde. Sowhl das obere als auch das untere Ende der Wurzel teilt sich auf.
Die Laubblätter befinden sich sowohl grundstänig als auch am Stängel. Während die unteren Blätter bis zu sechzig Zentimeter lang werden und oval-lanzettförmig sind, sind die oberen kurz und lineal-lanzettförmig. Die Blattspreite ist bei den größeren Laubblätter können bis zu fünfzehn Zentimeter breit sein. Ihr Blattstiel ist an der Basis verbreitert, ihr Blattrand gekerbt und gekräuselt oder glatt.
Meerrettich blüht von Mai bis Juli, wobei die Einzelblüten an einem traubenförmigen Blütenstand von bis vierzig Zentimetern Durchmesser stehen. Sie haben vier Kelch- und vier Kronblätter. Nach der Befruchtung reifen die etwa fünf Millimeter langen Schoten.
Zum Ursprung des Namens Meerrettich gibt es unterschiedliche Auffassung. Es könnte der "über das Meer gekommene Rettich" sein oder analog zum englischen Namen "horseradish" von Mährrettich abgeleitet worden sein, wobei man als Mähre ein altes Pferd bezeichnet. Möglichweise wurde durch "Meer" bzw. "Mehr" aber auch der "größere Rettich" vom "kleineren Rettich" abgegrenzt. Der botanische Name "Armoracia" stammt vom Lateinischen "armoracius" und bedeutet „am Meer wachsend“.
Die Wirkung des Geschmacks wird in den Theoretischen Grundlagen erläutert.
Tropismus: Milz, Magen, Lunge, Niere, Tai Yang
Wind-Kälte eliminierendes Kraut
Wei-Qi aktivierendes und die Oberfläche öffnendes Kraut
Das Innere wärmendes, Oberfläche öffnendes und kälte eliminierendes Kraut
Kälte, Wind und Nässe eliminierendes Kraut
Schleim in den Leitbahnen transformierendes Kraut
Ausführlich werden die Kategorien unter Kategorien & Rezepturen vorgestellt. Dort werden auch weitere Pflanzen gelistet, die wir der jeweiligen Kategorie zugeordnet haben.
Wir setzten Heilpflanzen in der Regel nicht als Einzeldroge, sondern gemeinsam mit anderen Heilpflanzen ein; wie wir sie kombinieren, ist im Abschnitt “Rezepturenlehre” erläutert. Informationen zu den verschiedenen Darreichungsformen sind in der Rubrik "Theoretische Grundlagen" hinterlegt.
Bisher fehlen Erkenntnisse und Daten zur Sicherheit der Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit. Die Anwendung wird daher nicht empfohlen.
Im Falle einer geplanten gemeinsamen Anwendung zusammen mit Arzneistoffen sollten Nutzen und Risiken gemeinsam mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt abgewogen werden.
Die Zusammensetzung der Pflanzenstoffe kann sich je nach Standort, Klima und Zeitpunkt der Ernte der Arzneidroge sowie dem Auszugsmittel und der Darreichungsform unterscheiden. Ausführlich werden die Pflanzenstoffgruppen unter Pflanzenstoffe A-Z vorgestellt.
Meerrettich war bereits in der Antike bekannt. Man findet Abbildungen der Pflanze auf Wandmalereien in Pompeji. Hildegard von Bingen nutzte ihn als Heilpflanze. Der Anbau von Meerrettich in Deutschland begann schon im 12. Jahrhundert. In der Neuzeit wurde er aufgrund seines Gehalts an Vitamin C für die Seefahrer zu einer wichtigen Pflanze, um dem drohenden Skorbut entgegen zu wirken.
Die von uns bei der Erstellung der Inhalte für diese Webseite verwendeten Fachbücher sind im Literaturverzeichnis einsehbar. Darüber hinaus basieren die Inhalte zu dieser Pflanze auf folgenden Quellen:
> Choi KD, Kim HY, Shin IS. Antifungal activity of isothiocyanates extracted from horseradish (Armoracia rusticana) root against pathogenic dermal fungi. Food Sci Biotechnol. 2017 Jun 27;26(3):847-852.
> Popović M, Maravić A, Čikeš Čulić V et al. Biological Effects of Glucosinolate Degradation Products from Horseradish: A Horse that Wins the Race. Biomolecules. 2020 Feb 21;10(2):343.
> Gafrikova M, Galova E, Sevcovicova A et al. Extract from Armoracia rusticana and its flavonoid components protect human lymphocytes against oxidative damage induced by hydrogen peroxide. Molecules. 2014 Mar 14;19(3):3160-72.
> Lunz K, Stappen I. Back to the Roots-An Overview of the Chemical Composition and Bioactivity of Selected Root-Essential Oils. Molecules. 2021 May 25;26(11):3155.