Wissenschaftlicher Name: Pausinystalia yohimbe
Pharmazeutischer Name: Yohimbae cortex
Familie: Rubicaceae (Rötegewächse)
Bei der in tropischen Zonen Afrikas beheimateten Yohimbe handelt es sich um einen immergrünen Baum, der bis zu dreißig Meter hoch wächst. Der an der Basis geriffelter Stamm hat eine feinrissige, braune Borke. Die ledrigen, glattrandigen, verkehrt-ei- oder lanzettförmigen Laubblätter sind kurz gestielt, haben eine herz- bis keilförmige Basis und stehen zu dritt in Wirteln zusammen. Sie sind bis zu achtzehn Zentimeter breit und bis zu fünfundvierzig Zentimeter lang.
End- und achselständig bilden sich Rispen mit den sich verfärbenden Blüten. Diese wechseln ihre Farbe von weiß über gelb bis hin zu rot oder violett. Kelch- und Kronblätter sind becherförmig. Die Pflanze bildet Kapselfrüchte mit zahlreichen Samen.
Die Wirkung des Geschmacks wird in den Theoretischen Grundlagen erläutert.
Tropismus: Niere, Blase
Qi bewegende und das Innere wärmendes Kraut
gute Wirkung auf unteren Rücken und gesamten Beckenraum
Nieren-Qi festigendes Kraut bei Polyurie und Enuresis
Shen beruhigendes und harmonisierendes Kraut
Ausführlich werden die Kategorien unter Kategorien & Rezepturen vorgestellt. Dort werden auch weitere Pflanzen gelistet, die wir der jeweiligen Kategorie zugeordnet haben.
Die Anwendung von Yohimbe sollte ausschließlich und nur nach fachkundiger Beratung erfolgen!
Wir setzten Heilpflanzen in der Regel nicht als Einzeldroge, sondern gemeinsam mit anderen Heilpflanzen ein; wie wir sie kombinieren, ist im Abschnitt “Rezepturenlehre” erläutert. Informationen zu den verschiedenen Darreichungsformen sind in der Rubrik "Theoretische Grundlagen" hinterlegt.
Im Falle einer Überdosierung wurden Fälle von Halluzinationen und Herzinfarkt mit Todesfolge beobachtet.
Vorsicht! Dosis nicht überschreiten wegen der toxischen Wirkung der Alkaloide. Koffein kann die Wirkung verstärken!
Es sind zahlreiche Wechselwirkungen von Yohimbin mit Medikamenten bekannt. Die Arzneipflanze darf nicht mit Arzneistoffen kombiniert werden, die das zentrale Nervensystem beeinflussen. Hierzu gehören unter anderem Antidepressiva, Sedativa einschließlich Beruhigungs- und Schlafmittel, Alkohol, Koffein und Arzneistoffen, die die Monoaminoxidase hemmen, serotonerg oder dopaminerg wirken. Ebenso ist die gemeinsame Anwendung mit Antiarrhythmika, Antihypertensiva oder anderen Medikamenten zur Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen kontraindiziert. Ferner beeinflusst Yohimbin die Aktivität von Enzymen, die am Abbau von Medikamenten beteiligt sind und kann so deren Bioverfügbarkeit beeinflussen. Weitere Wechselwirkungen, die hier nicht aufgelistet sind, sind nicht ausgeschlossen und müssen ggf. aufgrund des aktuellen Stands der wissenschaftlichen Erkenntnisse überprüft werden.
Im Falle einer geplanten gemeinsamen Anwendung zusammen mit Arzneistoffen sollten Nutzen und Risiken deshalb immer gemeinsam mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt abgewogen werden. Patienten sollten für ein entsprechendes Beratungsgespräch unbedingt eine Liste aller Medikamente mitbringen, die sie einnehmen.
Die Zusammensetzung der Pflanzenstoffe kann sich je nach Standort, Klima und Zeitpunkt der Ernte der Arzneidroge sowie dem Auszugsmittel und der Darreichungsform unterscheiden. Ausführlich werden die Pflanzenstoffgruppen unter Pflanzenstoffe A-Z vorgestellt.
In West- und Zentralafrika wurde Yohime traditionell als Potenzmittel genutzt. Aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen und Risiken, die mit der Anwendung verbunden sein können, ist der Vertrieb als Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel in vielen Ländern nicht mehr erlaubt.
Die von uns bei der Erstellung der Inhalte für diese Webseite verwendeten Fachbücher sind im Literaturverzeichnis einsehbar. Darüber hinaus basieren die Inhalte zu dieser Pflanze auf folgenden Quellen:
> Nowacka A, Śniegocka M, Śniegocki M et al. Multifaced Nature of Yohimbine-A Promising Therapeutic Potential or a Risk? Int J Mol Sci. 2024 Nov 29;25(23):12856.
> https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11185429/>Quiroz-Delfi GO, Rider CV, Ferguson SS et al. Non-targeted chemical analysis of consumer botanical products labeled as blue cohosh (Caulophyllum thalictroides), goldenseal (Hydrastis canadensis), or yohimbe bark (Pausinystalia yohimbe) by NMR and MS. Anal Bioanal Chem. 2024 Jan;416(1):175-189.
> Brunetti P, Lo Faro AF, Tini A, Busardò FP, Carlier J. Pharmacology of Herbal Sexual Enhancers: A Review of Psychiatric and Neurological Adverse Effects. Pharmaceuticals (Basel). 2020 Oct 14;13(10):309.