Wissenschaftlicher Name: Apium graveeolens
Pharmazeutischer Name: Apii fructus, Apii radix
Synonyme: Eppich, Zeller
Familie: Apiaceae (Doldenblütler)
Der von Europa über Nordafrika bis Zentralasien beheimatete Sellerie ist ein bis zu 30 einen Meter hohes Kraut mit einem aufrechten, verzweigten Stängel, der längs kantig gefurcht ist. Seine spindelförmige Wurzel ist ebenfalls verzweigt.
Die dunkelgrünen, einfach bis doppelt gefiederten Laubblätter bilden sich sowohl grundständig als auch wechselständig am Stängel. Während die grundständigen Laubblätter einen Stiel haben, verfügen die Stängelblätter kurze Blattscheiden. Die einzelnen Fiederblätter sind keil- oder rautenförmig und bis zu fünf Zentimeter lang.
Die stark duftenden, meist weißen, seltener gelben oder grünen Blüten bilden sich zwischen Juni und August oftmals erst im zweiten Jahr an Doppeldolden mit sechs bis zwölf Strahlen, wobei die Blütenstände kurze Stiele haben und die Kronblätter nur einen halben Millimeter lang sind. An ihrer Spitze befindet sich ein Läppchen, das eingeschlagen ist. Die im Herbst reifenden dunkelbraunen, eiförmigen Selleriefrüchte sind bis zu zwei Millimeter breit und haben gelbe Rippen.
Die Bezeichnung Sellerie geht auch die Stadt Selinunt auf Sizilien zurück, wo der Sellerie einst reichlich anzutreffen war. Als "Apium" bezeichnet man die Pflanze, weil sie Bienen anlockt, welche auf Lateinisch "apis" heißen. Der Zusatz "graveolens" hat ebenfalls einen lateinischen Ursprung und kann mit "stark riechend" übersetzt werden.
Die Wirkung des Geschmacks wird in den Theoretischen Grundlagen erläutert.
Tropismus: Niere, Leber, Milz und Magen
Hitze, Wind und Nässe eliminierendes Kraut
Nässe trocknendes Kraut (feuchte Hitze)
Mitte regulierendes Kraut
absenkendes, aromatisch-scharfes Kraut
Ausführlich werden die Kategorien unter Kategorien & Rezepturen vorgestellt. Dort werden auch weitere Pflanzen gelistet, die wir der jeweiligen Kategorie zugeordnet haben.
Tropismus: Milz, Magen Niere, Leber
Kraut, das das Nieren-Yang behandelt
Kälte, Wind und Nässe eliminierendes Kraut
Mitte regulierendes Kraut
Aromatisches, Mitte regulierendes Kraut
Ausführlich werden die Kategorien unter Kategorien & Rezepturen vorgestellt. Dort werden auch weitere Pflanzen gelistet, die wir der jeweiligen Kategorie zugeordnet haben.
Früchte
Wurzel
Begleitend zur Anwendung von Sellerie sollte man viel trinken, um die diuretische Wirkung zu unterstützen.
Wir setzten Heilpflanzen in der Regel nicht als Einzeldroge, sondern gemeinsam mit anderen Heilpflanzen ein; wie wir sie kombinieren, ist im Abschnitt “Rezepturenlehre” erläutert. Informationen zu den verschiedenen Darreichungsformen sind in der Rubrik "Theoretische Grundlagen" hinterlegt.
Bisher fehlen Erkenntnisse und Daten zur Sicherheit der Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Die Anwendung wird daher nicht empfohlen, zumal Sellerie das Risiko für einen Abort erhöht. Wir warnen ausdrücklich vor einer Anwendung zum Abtreiben, da dies zu lebensbedrohlichen Blutungen führen kann.
Im Falle einer geplanten gemeinsamen Anwendung zusammen mit Arzneistoffen sollten Nutzen und Risiken gemeinsam mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt abgewogen werden.
Viele Pflanzenstoffe, die in den Früchten nachgewiesen wurden, sind auch in der Wurzel vorhanden - jedoch quantitativ in einem anderen Verhaltnis. Darüber hinaus enthält die Wurzel:
Die Zusammensetzung der Pflanzenstoffe kann sich je nach Standort, Klima und Zeitpunkt der Ernte der Arzneidroge sowie dem Auszugsmittel und der Darreichungsform unterscheiden. Ausführlich werden die Pflanzenstoffgruppen unter Pflanzenstoffe A-Z vorgestellt.
Sellerie wurde bereits in der Antike in Ägypten, Griechenland und im römischen Reich nicht nur medizinisch genutzt. So wurden die Sieger bei den Nemeischen Spielen, die alle zwei Jahre im alten Griechenland ausgetragen wurden, mit einem Kranz aus Sellerieblättern geehrt. Auch im Mittelalter und in der Neuzeit setzte sich die Nutzung der Heilpflanze fort.
Die von uns bei der Erstellung der Inhalte für diese Webseite verwendeten Fachbücher sind im Literaturverzeichnis einsehbar. Darüber hinaus basieren die Inhalte zu dieser Pflanze auf folgenden Quellen:
> Nyulas KI, Simon-Szabó Z, Pál S et al. Cardiovascular Effects of Herbal Products and Their Interaction with Antihypertensive Drugs-Comprehensive Review. Int J Mol Sci. 2024 Jun 9;25(12):6388.
> Boroujeni SN, Malamiri FA, Bossaghzadeh F et al. The most important medicinal plants affecting sperm and testosterone production: a systematic review. JBRA Assist Reprod. 2022 Aug 4;26(3):522-530.
> Verma T, Sinha M, Bansal N, Yadav SR, Shah K, Chauhan NS. Plants Used as Antihypertensive. Nat Prod Bioprospect. 2021 Apr;11(2):155-184.
> Golubkina NA, Kharchenko VA, Moldovan AI. Yield, Growth, Quality, Biochemical Characteristics and Elemental Composition of Plant Parts of Celery Leafy, Stalk and Root Types Grown in the Northern Hemisphere. Plants (Basel). 2020 Apr 9;9(4):484.
> Hedayati N, Naeini MB, Mohammadinejad A, Mohajeri SA. Beneficial effects of celery (Apium graveolens) on metabolic syndrome: A review of the existing evidences. Phytother Res 2019 Dec;33(12):3040-3053.
> Al-Asmari Ak, Athar T, Kadasah SG. An Updated Phytopharmacological Review on Medicinal Plant of Arab Region: Apium graveolens Linn. Pharmacogn Rev. 2017 Jan-Jun;11(21):13–18.