Wissenschaftlicher Name: Eringieum campestre (auch E. Maritima, E. Planum)
Pharmazeutischer Name: Eringii herba, Eringii radix
Synonyme: Brackendistel, Seichdistel, Krausdistel, Brachdistel, Rolldistel, Elend, Unruhe
Familie: Apiacea (Doldenblütler)
Der Feld-Mannstreu ist eine Pflanze der kargen, aber kalkreichen sonnigen Magerrasen. Er keim im Winter, da er dazu Frost braucht, aber gleichzeitig auch Licht. Das heißt, zum Keimen wird die Samenfrucht auf die Erde gelegt, nicht in die Erde.
Mannstreu gehört zu den Doldenblütlern, was zunächst erstaunt, denn er sieht vielen Disteln sehr ähnlich, die aber zu den Korblütlern gehören. Evolutionär gibt es immer wieder Arten, die wie Grenzgänger schon Merkmale anderer Familien zeigen. Mannstreu ist eine davon. Er hat eine tiefe, große und lange Wurzel aus der heraus sich der sparrige Wuchs entwickelt. Er ist mehrjährig. Die Blütenköpfe sind halbkugelig und sehen borstig aus. Die Kelchblätter sind größer als die Kronblätter, welche nahezu unscheinbar sind. Das Auffällige ist die gesamte Blütenkugel, die auf einem Kranz von Hüllblättern sitzt und präsentiert wird. Alle Blätter, auch die Kelchblätter werden stachelig und spitz. Die Bestäubung findet über langrüsselige Insekten wie Bienen statt. Wenn die Samen reif sind, kann die Pflanze an vorbestimmten Stellen bei Wind abbrechen und über den Boden gerollt werden. Auf diese Art und Weise werden die Samen großflächig verteilt. Manche Samen, beziehungsweise Stücke der Pflanze bleiben auch im Tierfell hängen und werden so verbreitet.
Mannstreu hat wenig auffallendes ätherisches Öl, anders als andere Doldenblütler wie Möhre, Pastinake, Angelika und co.
Die Wirkung des Geschmacks wird in den Theoretischen Grundlagen erläutert.
Tropismus: Nieren, Blase, Dreifacher Erwärmer, Gebärmutter
Der Mannstreu ist nicht immer leicht zu bekommen. Von alters her galt er als Aphrodisiakum, wie auch der Name nahelegt. Wir benutzen ihn als sanftes, aber starkes Diuretikum und als Nieren-Yang Tonikum.
Kraut, das das das Nieren-Yang behandelt
Ausführlich werden die Kategorien unter Kategorien & Rezepturen vorgestellt. Dort werden auch weitere Pflanzen gelistet, die wir der jeweiligen Kategorie zugeordnet haben.
Wir setzten Heilpflanzen in der Regel nicht als Einzeldroge, sondern gemeinsam mit anderen Heilpflanzen ein; wie wir sie kombinieren, ist im Abschnitt “Rezepturenlehre” erläutert. Informationen zu den verschiedenen Darreichungsformen sind in der Rubrik "Theoretische Grundlagen" hinterlegt.
Bisher fehlen Erkenntnisse und Daten zur Sicherheit der Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Die Anwendung wird daher nicht empfohlen.
Im Falle einer geplanten gemeinsamen Anwendung zusammen mit Arzneistoffen sollten Nutzen und Risiken gemeinsam mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt abgewogen werden.
Die Zusammensetzung der Pflanzenstoffe kann sich je nach Standort, Klima und Zeitpunkt der Ernte der Arzneidroge sowie dem Auszugsmittel und der Darreichungsform unterscheiden. Ausführlich werden die Pflanzenstoffgruppen unter Pflanzenstoffe A-Z vorgestellt.
Die von uns bei der Erstellung der Inhalte für diese Webseite verwendeten Fachbücher sind im Literaturverzeichnis einsehbar. Darüber hinaus basieren die Inhalte zu dieser Pflanze auf folgenden Quellen:
> Kikowska M, Chanaj-Kaczmarek J, Derda M et al. The Evaluation of Phenolic Acids and Flavonoids Content and Antiprotozoal Activity of Eryngium Species Biomass Produced by Biotechnological Methods. Molecules. 2022 Jan 7;27(2):363.
> Medbouhi A, Benbelaïd F, Djabou N et al. Essential Oil of Algerian Eryngium campestre: Chemical Variability and Evaluation of Biological Activities. Molecules. 2019 Jul 15;24(14):2575.
> Watson RR, Preedy VR, Zibadi S. Polyphenols: Mechanisms of Action in Human Health and Disease. 2018: Chapter 7 - Eryngium campestre L.: Polyphenolic and Flavonoid Compounds; Applications to Health and Disease