Heidekraut | Erika

Wissenschaftlicher Name: Calluna vulgaris
Pharmazeutischer Name: Callunae herba, Callunae flos, Callunae gemma
Synonyme: Erika, Heidekraut, Kuhheide, Besenheide
Familie: Ericacea (Heidekrautgewächs)

Heimat & Botanik

Das Heidekraut ist Namensgeberin für die Heidekrautgewächse, zu denen viele nordische Pflanzen gehören wie die Preiselbeere, die Moosbeere, die Bärentraube oder auch die Heidelbeere und Cranberries. Die Erika bildet keine essbaren Früchte aus, sie wächst in der Heide, also auf sandigem, nährstoffarmem Boden als niederer bodenbedeckender Strauch, der leicht verholzt und sehr tiefe Wurzeln ausbildet. 

Sie ist im Herbst ein willkommener Hinkucker, da sie dann bis in den Winter hinein üppig rosa-lia blüht und gerne auch als Dekoration gezüchtet und in Gärten angepflanzt wird. Die Blütenfarbe wird dominiert von den Kelchblättern, die rosa-rot eingefärbt und länger sind als die eigentlichen Kronblätter. Sie sind eine gute Nahrungquelle für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten, sie können aber auch vom Wind bestäubt werden. Die Blätter der Heide sind klein, oval und sehen fast schuppenartig aus. 

In jungen Jahren wird die Heide noch von Schafen gefressen, im Alter von bis zu 40 Jahren wird sie immer Strauchartiger und ihre Zweige werden nicht mehr gefressen.

Eigenschaften & Geschmack

Eigenschaften

  • neutral bis kühl
  • trocken

Geschmack

  • adstringierend, säuerlich
  • aromatisch-bitter
  • süßlich
  • leicht salzig

Die Wirkung des Geschmacks wird in den Theoretischen Grundlagen erläutert.

Wirkungen & Indikationen in der chinesischen Medizin

Tropismus: Nieren, Blase, Leber, Gallenblase

Die heilkundliche Verwendung hat ihren Schwerpunkt in den Skandinavischen und Osteuropäischen Ländern.

Wir verwenden sie gerne, wenn wir das Shao Yang behandeln: wiederkehrende Fieber, viele Symptome der Gallenblase wie feuchte Hitze in derselben und Erkrankungen des Dreifachen Erwärmers (Sanjiao) werden gelindert, dazu gehören verdickte Lymphknoten, Geschwüre genauso wie Blasenentzündungen, Prostatitis und windige Erkrankungen wie Herpes labialis, genitalis und zonalis. Auch Symptome und Erkrankungen des Dai Mai`s, dem Gürtelgefäß, profitieren von der Anwendung.

Oberfläche öffnendes Kraut

Wind-Hitze eliminierendes Kraut – schwebend

  • Tertiana- und Quartanafieber (Malaria)
  • Wind-Hitze-Ausschläge, Erkältungserkrankungen

Nässe ausleitendes Kraut

Kraut, das das Blasen-Qi behandelt

  • diuretisch

Schleim in den Leitbahnen transformierendes Kraut

  • erweicht Verhärtungen, Geschwüre, Gichtknoten, Tumore, Rheuma
  • verkalkte Arterien (russisches Rezept: 500g möglichst frische Ware 10 min köcheln, dann 3 h zugedeckt ziehen lassen : tägl. 1 Tasse trinken)

Hitze kühlendes Kraut

Nässe trocknendes Kraut

  • akute und chronischen Entzündungen des Urogenitaltraktes, Pyurie, Hämaturie, Nephritis, Pyelonephritis, Prostatitis
  • akute Enteritis, Hitze im Dickdarm
  • Herpes labialis, genitalis und zoster

Qi bewegendes Kraut

Leber-Qi bewegendes Kraut

  • Koliken, Verdauungsbeschwerden

Shen beruhigendes und harmonisierendes Kraut

  • Leberaspekt, Hun: Schlafstörungen durch äußeren Wind, ständiges Aufwachen, viele Träume

Ausführlich werden die Kategorien unter Kategorien & Rezepturen vorgestellt. Dort werden auch weitere Pflanzen gelistet, die wir der jeweiligen Kategorie zugeordnet haben.

Gemmomazerat Besenheide

Tropismus: Nieren, Blase, Darm, Haut

Das Gemmomazerat der Besenheide unterstützt vornehmlich den Harntrakt und damit die Wandlungsphase Wasser. Das Gehirn gehört in der chinesischen Medizin ebenfalls zur Wandlungsphase Wasser. Hier beseitigt es vor allem feuchte Hitze. Im Alter kann das Mazerat erfahrungsgemäß auch einen positiven Einfluss auf eine beginnende Vergesslichkeit und Demenz haben, diese Wirkung ist jedoch eher von untergeordneter Bedeutung. Gleichzeitig beruhigt der Knospenauszug den Shen - auch diese Indikation steht nicht im Vordergrund. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Erkrankungen der Haut und des Darms, die dem Metall zugerechnet werden.

Hitze kühlendes Kraut

Nässe trocknendes Kraut (feuchte Hitze)

  • akute und chronischen Entzündungen des Urogenitaltraktes, Dysurie, Pyurie, Hämaturie, Nephritis, Pyelonephritis, Prostatitis
  • akute Enteritis, Hitze im Dickdarm
  • Soor 

Shen beruhigendes und harmonisierendes Kraut

  • Ängste, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen

Kraut, das die Haut behandelt

  • trockene Ekzeme, aktinische Keratose (unterstützend), Akne, Altersflecken, Muttermale

Ausführlich werden die Kategorien unter Kategorien & Rezepturen vorgestellt. Dort werden auch weitere Pflanzen gelistet, die wir der jeweiligen Kategorie zugeordnet haben.

Bachblüte

Nr. 14 Heather - Die Glaubensblüte

Diese Bachblüte wirkt regulierend auf Menschen mit pausenlosem Mitteilungsbedürfnis und damit die Wandlungsphase Feuer.

 

Anwendung

Infus

  • 1 - 2 Teelöffel pro Tasse
  • 5 - 10 Minuten ziehen lassen
  • 2 - 3 x täglich 1 Tasse

Gemmomazerat

  • 3 x täglich 2-3 Sprühstöße oder 5-10 Tropfen
  • 1 Minute im Mund bewegen, dann schlucken
  • mind. 5-10 Minuten im Anschluss nichts essen oder trinken

Bachblüten

  • Einzelblüte kuzzeitig 4 x täglich 4 Tropfen in Wasser
  • Dauerbehandlung
    • 3 Tropfen auf 30 ml Alkohol oder Essigwasser (Cave: kurze Haltbarkeit) verdünnt in einer Mischung mit anderen Bachblüten
    • 4 x 4 Tropfen pro Tag von der Mischung in Wasser

Wir setzen Heilpflanzen in der Regel nicht als Einzeldroge, sondern gemeinsam mit anderen Heilpflanzen ein; wie wir sie kombinieren, ist im Abschnitt “Rezepturenlehre” erläutert. Informationen zu den verschiedenen Darreichungsformen sind in der Rubrik "Theoretische Grundlagen" hinterlegt. 

Nebenwirkungen

  • Beschwerden im Magen-Darm-Trakt durch Reizung der Schleimhäute bei hoher Dosierung und Daueranwendung
  • Hautausschläge

Vorsicht

Bisher fehlen Erkenntnisse und Daten zur Sicherheit der Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Die Anwendung wird daher nicht empfohlen.

Treten unter der Behandlung Fieber, Krämpfe beim Wasserlassen, Dysurie oder Hämaturie auf oder verschlechtern sich die Beschwerden, sollten ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden.

Kontraindikationen

  • Daueranwendung
  • bekannte Überempfindlichkeit

Mögliche Wechselwirkungen mit Arzneistoffen

Im Falle einer geplanten gemeinsamen Anwendung zusammen mit Arzneistoffen sollten Nutzen und Risiken gemeinsam mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt abgewogen werden.

Pflanzenstoffe

Phenolcarbonsäuren

  • u.a. Hydroxyzimt-, Kaffeesäure und Derivate darunter Chlorogen-, Neochlorogen-, Protocatchusäuresäure

Flavonoide

  • u. a. Apigenin, Astragalin, Avicularin, Hyperosid, Isoquercetin, Kaempferol, Luteolin, Quercetin, Rutin und ihre Derivate

Phenole und ihre Glykoside

  • Hydrochinone: Arbutin, Methylarbutin

Gerbstoffe

  • Tannine
  • Flavan-3-ole wie Catechin, Epicatechin, Procyanidine A1, B2, B3

Triterpene und Terpenoide

  • u.a. Betulin, Betulinsäure, Erythrodiol, Lupeol, Oleanol-, Ursolsäure

Organische Säuren

Steroide

  • u. a. β-Sitosterol

ätherisches Öl

Mineralstoffe und Spurenelemente

  • wie Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Zink, Fluor, Schwefel

Die Zusammensetzung der Pflanzenstoffe kann sich je nach Standort, Klima und Zeitpunkt der Ernte der Arzneidroge sowie dem Auszugsmittel und der Darreichungsform unterscheiden. Ausführlich werden die Pflanzenstoffgruppen unter Pflanzenstoffe A-Z vorgestellt.

Mögliche pharmakologische Wirkungen

  • antibakteriell
  • antiviral
  • antidepressiv
  • anxiolytisch
  • antioxidativ
  • antiinflammatorisch
  • analgetisch
  • antihypertensiv
  • diuretisch
  • antiproliferativ
  • tumorprotektiv

Geschichte & Mythologie

Quellen